1994: Der erste Usenet Spam! Von Rechtsanwälten für “Greencards”
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Spam ist mittlerweile das normalste der Welt. Jeder kennt Junk Mails. Manche öffnen Sie, und manche interessieren sich gar dafür. Aber wer waren eigentlich der ersten grossen Spammer dieser Welt? Ich nehm die Antwort vorweg: Es waren Rechtsanwälte, die anno 1994 das Usenet zuspammten.
Die Tage machte eine neue News die Runde, in der man mit (Vor-) Urteilen des Spams aufräumte. Vielerorts gelten die Chinesen als Junk-Nation Nummer 1. Doch daran ist nichts dran. Anstelle schaut die Liste der “Spammigsten Nationen” ganz anders aus, und laut Sophos befindet sich China nicht mal in den TOP 15 wieder.
Vielmehr wird der meiste Spam über US-Server verschickt. Bei rund 13,1 Prozent lag der Anteil, im ersten Quartal diesen Jahres. Auf den weiteren Plätzen fanden sich Indien (7,3 Prozent) und Brasilien (6,8 Prozent) wieder.
Insbesondere eines – sticht aus der neuerlichen Statistik hervor. Immer mehr Spam Mails sind ausgeklügelter. Es geht nicht mehr um Masse, sondern um Klasse. So werden die Abfall-Mails (wie Sie übersetzt ja heissen) immer “persönlicher” und täuschend echter. Aber das bizarre an der ganzen Kiste ist wohl vielmehr jener Aspekt, (den ebenfalls eine kürzliche Studie veröffentlicht hat), wieviele Menschen doch Spam Mails öffnen, lesen und gar den Link in den Nachrichten anklicken:
Von denjenigen (43 Prozent), die Spam-E-Mails öffneten, klickte ein Viertel (absolut 11 Prozent) auf einen Link in der Nachricht und ein Fünftel (absolut 8 Prozent) öffnete den mitgelieferten E-Mail-Anhang. Immerhin ein Zehntel der Spam-Leser (absolut 4 Prozent) antwortete sogar auf die Spam-Nachricht
Erschreckend?!
Usenet: Spam in den Newsgroups
Aber Zeit zurückzublicken: Wie war das damals mit dem Spam, im Usenet? Reisen wir in die Mitte der 90er Jahre zurück. Es begab sich zu einer Zeit, da nur die wenigsten Menschen und Unternehmen über einen eMail Account verfügten. Es war zu einer Zeit, da der Versand von massenhaften Mails gar nicht erst möglich war (heute braucht man nichts weiter als nen Tool, einen (Open) Server – und eine Maus, zum “Klicken = Abschicken”).
Aber das Wort Spam fand dennoch einen weg sich einen Namen zu machen. Im Unix User Network, das umgangssprachlich als Usenet bekannt ist, und von vielen zu Unrecht als illegal tituliert wird.
Die Tätigkeit einiger weniger war es: Ein und denselben lautenden Werbesolgan (Thread) in den tausenden Newsgroups (Newsgroups funktionieren in etwa wie die heutigen Internet Foren) zu posten. Dabei scherte die Thread Eröffner weder die folgende Diskussion (und die nehmen im Grunde binnen kürzester Zeit immense Ausmasse an), noch die thematische Zweckentfremdung.
Aber wer waren diese Spamer? Was posaunten Sie dermassen JUNKY-Stylisch heraus? Jetzt der Knaller: Der erste aufkeimende Spam, der die Newsgroups des Usenet im wahrsten Sinne des Wortes “verunreinigt” hat fand im Jahre 1994 statt. Dabei handelte es sich um eine Werbe Kampagne des Rechtsanwaltsbüros Canter & Siegel (USA), in welcher dafür geworben worden ist, bei der Teilnahme an der Verlosung von Greencards behilflich zu sein.
Die ganze Situation eskaliere kurz drauf. Bis zu eine Millionen SPAM Artikel wurden Tag für Tag eingestellt – bei einem Gesamtvolumen von 20 Millionen Post pro Tag.
Bizar! Nicht wahr?! Sind es heute die Anwälte die den Spam versuchen gerichtlich zu unterbinden, waren es auch welche aus der Gilde, die diesen überhaupt – sagen wir mal “erfunden” haben.
Spam Pic via Wikimedia
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